Was ist GHK-Cu?
GHK-Cu (Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin-Kupfer(II)-Komplex) ist ein natürlich vorkommendes Tripeptid das im menschlichen Plasma, Speichel und Urin identifiziert wurde. Es besteht aus den drei Aminosäuren Glycin, Histidin und Lysin und bildet mit Kupfer(II)-Ionen einen stabilen Chelatkomplex.
| Parameter |
Wert |
| Sequenz |
Gly-His-Lys · Cu²⁺ |
| Molekulargewicht |
403,9 g/mol |
| CAS-Nummer |
49557-75-7 |
| Stabilitätskonstante |
log₁₀ = 16,44 — eine der höchsten unter biologischen Peptiden |
Koordinationschemie
Die außergewöhnlich hohe Kupfer-Bindungsaffinität von GHK-Cu (Stabilitätskonstante log₁₀ = 16,44) ist auf die koordinative Geometrie des Peptids zurückzuführen. Der Histidinrest mit seinem Imidazolring-Stickstoff, die N-terminale Aminogruppe des Glycins und die Peptidbindungs-Stickstoffatome bilden gemeinsam eine tetraedrische Koordinationsgeometrie um das Cu²⁺-Ion.
Diese Koordination ist so stabil, dass GHK-Cu in physiologischen Pufferlösungen und bei physiologischem pH-Wert (7,4) als intakter Komplex vorliegt. Die hohe thermodynamische Stabilität macht GHK-Cu zu einem interessanten Modellkomplex für die bioanorganische Koordinationschemie.
Wichtig
GHK-Cu ist sowohl als Tripeptid (ohne Kupfer) als auch als Kupfer-Chelatkomplex erhältlich. Für Forschungsanwendungen die die Kupfer-Koordinationschemie untersuchen ist der Komplex (GHK-Cu) relevant. Beide Formen haben unterschiedliche analytische Profile im CoA.
Dokumentierte Forschungsbereiche
GHK-Cu wurde in zahlreichen präklinischen Modellen untersucht. Dokumentierte Forschungsbereiche umfassen:
- →MMP-Signaltransduktion — Matrix-Metalloproteinase-Regulation in Zellkulturmodellen
- →Kollagensynthese-Signalwege — Fibroblastenkulturen und extrazelluläre Matrix
- →Antioxidative Kapazität — Zellkulturmodelle für oxidativen Stress
- →Kupfer-Homöostase — Kupfertransport und -regulation in Zellmodellen
- →Wachstumsfaktor-Signalwege — FGF, VEGF und TGF-β in Zellkulturen
Natürliches Vorkommen und Serumspiegel
GHK-Cu kommt natürlich im menschlichen Organismus vor. Im Blutplasma wurden Konzentrationen von ca. 200 ng/ml bei jungen Erwachsenen gemessen — dieser Wert nimmt mit dem Alter ab. Das Peptid wurde auch in Speichel, Urin und in der extrazellulären Matrix verschiedener Gewebe identifiziert.
Die natürliche Präsenz im menschlichen Organismus macht GHK-Cu zu einem interessanten Forschungsobjekt für die Untersuchung von Kupfer-Peptid-Interaktionen unter physiologischen Bedingungen.